: Leasing oder Finanzierung: Die Unterschiede

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Der Preis für einen Neu- oder Jahreswagen liegt gern mal im fünfstelligen Bereich. Das hat nicht jeder Interessent auf der hohen Kante. Wer sich den Traum vom neuen Auto heute schon erfüllen, den Preis aber lieber in kleinen Portionen abstottern möchte, hat viele Möglichkeiten. Finanzierung oder Leasing sind dabei keineswegs eine Notlösung. Vielmehr stellen beide interessante Finanzierungsmöglichkeiten dar, die sich für Sie lohnen können. Wie so oft kommen beide allerdings mit Vor- und Nachteilen. Nehmen Sie also unbedingt Ihre Optionen genau unter die Lupe. Der Vergleich lohnt sich allemal. Was für Sie besser passt, hängt von einer ganzen Reihe Faktoren und natürlich dem konkreten Angebot ab. Als Erstes sollten Sie sich die Unterschiede zwischen beiden Varianten ansehen und sich erst dann entscheiden. Was Leasing und Finanzierung ausmacht und welche Möglichkeit die beste für Sie ist.

Leasing oder Finanzierung: Was passt besser zu Ihnen?

Erst wenn Sie den Unterschied zwischen beiden Finanzierungsarten kennen, können Sie sich für die bessere Option entscheiden. Informieren Sie sich ausgiebig über alle Kosten, Laufzeiten, Spielräume und Einschränkungen. Dann können Sie abwägen, was besser zu Ihrer finanziellen Lage und Lebenssituation passt. Die beste Lösung und vor allem auch das beste konkrete Angebot hängen nämlich immer auch von den aktuellen Möglichkeiten ab. Verschaffen Sie sich erst einmal einen Überblick und lassen Sie sich umfassend beraten, bevor Sie ein Auto kaufen. Dann können Sie auch die idealen Konditionen für Ihre Bedürfnisse genießen.

Der Unterschied zwischen Leasing und Finanzierung

Das Leasing

Im wörtlichen Sinne bedeutet Leasing schlichtweg, ein Fahrzeug zu mieten. Sie kaufen es also nicht wie beim Direkt- oder Barkauf und werden Eigentümer, sondern leihen es für einen bestimmten Zeitraum von einem Autohaus oder dem Hersteller aus. Sie erwerben lediglich das Nutzungsrecht als Halter und dürfen mit dem Fahrzeug fahren. In Ihrem Leasingvertrag werden Rahmenbedingungen geregelt, etwa wie viele Kilometer Sie pro Jahr ohne Aufpreis fahren dürfen oder welcher Service inklusive ist. Grundsätzlich sind Sie für Wartungen und Reparaturen selbst verantwortlich. Außerdem dürfen Sie es Dritten nicht überlassen. Für das Leasing bezahlen Sie festgelegte Raten, solange der Vertrag läuft. Übliche Laufzeiten liegen zwischen einem und drei Jahren. Nach Ende der Überlassung können Sie das Auto entweder weiter leasen oder es zurückgeben. Meist dürfen Sie das Auto sogar zum dementsprechenden Restwert abkaufen.

Was ist nach dem Ende des Leasings?

Nach Ablauf des Leasingvertrages prüfen die Leasinggeber den tatsächlichen Wert des Fahrzeugs. Dieser hängt von der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung, Gebrauchsspuren oder Schäden, Laufleistung und Sorgfalt bei Wartung und Service ab. Sollte der Restwert niedriger sein als bei Vertragsbeginn vereinbart, müssen Sie als Kunde die Differenz ausgleichen. Geben Sie Ihr Fahrzeug zurück, prüfen die Anbieter daher den Zustand und auch, wie viele Kilometer Sie insgesamt zurückgelegt haben. Sind das weniger als vereinbart, werden Sie Ihnen erstattet. Liegen Sie darüber, wird eine Nachzahlung fällig. Pro Kilometer können Sie mit 10 bis 15 Cent rechnen. Nicht selten werden aus Kulanz jedoch 1.000 bis 2.000 Kilometer einfach hingenommen. Je nach Abrechnungsart wird dann auch nach Kilometerleasing, was die häufigste Vertragsform ist, oder Restwertleasing unterschieden.

Die Vorteile von Leasing

Einer der Vorteile von Leasing ist, dass Sie immer einen Neuwagen fahren können. Leisten Sie gleich eine Anzahlung, verringern sich die Raten. Es wird auch keine Umsatzsteuer fällig, da Sie das Fahrzeug nicht kaufen. Läuft Ihr Leasingvertrag ab, suchen Sie sich einfach ein neues Modell aus und können so immer den Trends folgen. Ist Ihnen das wichtig, sind kurze Leasingverträge besonders praktikabel für Sie. Doch auch als Gewerbetreibender oder Selbstständiger können neue Modelle als Firmenwagen interessant sein. Sie können die Leasingraten außerdem steuerlich geltend machen. Endet Ihr Vertrag, haben Sie gleich mehrere Möglichkeiten: Entweder Sie schließen einen Folge-Leasingvertrag für dasselbe Auto ab oder Sie steigen auf ein neues Modell um. Andernfalls geben Sie das Fahrzeug einfach zurück. In der Regel können Sie das Auto auch für den Restbetrag abkaufen und werden dann final Eigentümer.

Die Nachteile von Leasing

Einer der Nachteile von Leasing ist die vorher festgelegte Kilometerzahl, die Sie als Leasingnehmer innerhalb der Laufzeit nicht überschreiten dürfen. Vielfahrer müssen sich also einschränken. Gerade bei Dienstwagen ist das natürlich nicht optimal. Höhere Kilometerzahlen lassen sich immer vereinbaren, schlagen sich aber auch in der monatlichen Rate nieder und senken den Restwert des Fahrzeugs am Ende der Laufzeit. Zudem müssen Sie sich bei Leasing-Fahrzeugen dringend an die Empfehlungen für Instandhaltung, Wartung und Pflege halten. Zusätzlich können Sie Serviceverträge vereinbaren. Überschreiten Sie die Laufleistung oder geben Sie das Auto beschädigt zurück, müssen Sie mit einer Nachzahlung rechnen.

Die Finanzierung

Für eine Finanzierung nehmen Sie beim Händler, Hersteller oder einem unabhängigen Kreditinstitut wie N26 einen Kredit auf und zahlen diesen in monatlichen Raten plus Zinsen zurück. Laufzeiten dauern meist drei bis sechs Jahre. Je höher die Raten und die eventuelle Anzahlung, desto kürzer die Laufzeit und geringer die Kosten. Nach Bonitätsprüfung und Vertragsabschluss behält der Kreditgeber zur Sicherheit den Fahrzeugbrief ein, bis Sie den Betrag komplett zurückgezahlt haben. Bei Zahlungsausfall könnte er das Auto dann verkaufen und zu Geld machen.

Vorteile der Finanzierung

Bei der Finanzierung können Sie mit Ihrem Kreditgeber einen individuellen Vertrag verhandeln, in dem passende Raten, Zinsen und eine Anzahlung oder Abschlussrate festgelegt werden. Gerade bei Annuitätendarlehen können Sie meist eine geringe Abschlussrate vereinbaren. Ihre Fahrleistung ist bei einer Finanzierung nicht begrenzt und Sie können frei darüber entscheiden, wie Sie Ihr Auto pflegen, warten oder reparieren. Dennoch bleiben Sie vorerst nur Halter des Fahrzeugs, bis Sie den Kredit vollständig abbezahlt haben.

Was lohnt sich mehr?

Leasing und Finanzierung unterscheiden sich also hinsichtlich Vertragsform, Kosten, Laufzeit und Freiheiten. Die Annahme, dass Leasing immer günstiger ist als eine Finanzierung, kann man so nicht bestätigen. Denn es kommt immer auch auf Ihre Raten zum Beispiel wegen Ihrer individuellen Fahrleistung pro Jahr an. Wie teuer Ihr Leasing ist, sehen Sie erst am Ende der Laufzeit, etwa wegen Schäden oder zu vielen Kilometern, während eine Finanzierung in der Regel schon vorher geklärt ist. Die Raten hängen vor allem von Ihrer finanziellen Situation ab, die Zinsen vom Markt und Ihrer Bonität. Leasingverträge lohnen sich dennoch für Selbstständige, die ihre Raten steuerlich geltend machen und sich nicht langfristig binden möchten. Sie sollten aber beachten, dass eine Neuanschaffung immer zusätzliche Kosten bedeutet. Bei der Finanzierung müssen Sie höhere Raten und längere Laufzeiten in Kauf nehmen, Sie haben dafür aber mehr Freiheit und am Ende gehört das Fahrzeug Ihnen. Sehen Sie sich alle Vor- und Nachteile an, bevor Sie sich entscheiden. Dann finden Sie auch die günstigste Lösung für Ihr neues Auto.

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